Ein Roboterhund ab 1600 Dollar, ein Humanoid ab 13'500, Kreditkarte genügt. Rechtlich wird man damit in der Schweiz selbst zum Inverkehrbringer, und der Akku ist zu gross für den Postrückversand. Was beim Direktimport wirklich anfällt und warum der Weg über einen Händler am Ende meist billiger ist.
Symbolbild · KI-generiertEs beginnt immer gleich. Man sieht ein Video, in dem ein Roboterhund einen Salto macht, und zwanzig Minuten später steht ein Unitree Go2 im Warenkorb. Ab rund 1600 Dollar, der humanoide G1 ab rund 13'500, Kreditkarte genügt. So weit verläuft alles wie beim Kauf eines Toasters. Der Unterschied kommt danach: Wer direkt importiert, wird in der Schweiz rechtlich selbst zum Inverkehrbringer und haftet dafür, dass das Ding niemandem etwas tut.
Dazu kommen Kosten, die der Warenkorb verschweigt, und ein Detail, das erst im Ernstfall auffällt. Der Standardakku eines Unitree Go2 hat 236,8 Wattstunden. Die internationale Postgrenze für Lithiumbatterien im Gerät liegt bei 100. Das heisst, salopp gesagt: Hinreisen darf er, zurück nicht.
Fangen wir beim Angenehmsten an, dem Geld, denn hier ist die Schweiz überraschend unkompliziert. Auf den Warenwert kommt die Mehrwertsteuer von 8,1 Prozent, die bei der Einfuhr Einfuhrsteuer heisst, weil ein Gesetz ohne eigenen Begriff kein richtiges Gesetz wäre. Berechnet wird sie auf Ware plus Fracht. Einen Zoll gibt es nicht mehr, die Schweiz hat die Industriezölle Anfang 2024 abgeschafft, ein seltener Fall von behördlicher Grosszügigkeit. Dazu kommt die Verzollungsgebühr der Post oder des Kuriers, bei den Expressdiensten noch ein Prozentsatz obendrauf, weil sie das Geld ja vorstrecken mussten. Die berühmte Wertfreigrenze von 150 Franken hilft nicht: Sie gilt für Reisende, und wer einen Humanoiden im Rucksack über die Grenze trägt, hat ohnehin andere Probleme. Als Faustregel für den Direktimport gilt deshalb: Warenpreis, Fracht, 8,1 Prozent darauf, Verzollungsgebühr obendrein.
Weniger unterhaltsam wird es beim Produktesicherheitsgesetz, das den Eigengebrauch dem Inverkehrbringen gleichstellt. Man kauft also nicht bloss ein Gerät, man übernimmt nebenbei die Rolle des Importeurs, ohne Lohn, ohne Firma, aber mit voller Verantwortung. Tritt ein Gast in den Arbeitsbereich des Roboters, gibt es keinen Schweizer Importeur, hinter den man zeigen kann. Es gibt nur Sie und Ihre Privathaftpflicht, und die sollten Sie vorher gelesen haben. Beim Funk ist die Behördenlage ähnlich unsentimental, und zwar auch dann, wenn man nicht an ein Funkgerät denkt. Rechtlich ist eine Funkanlage jedes Gerät, das absichtlich Funkwellen sendet oder empfängt, also alles mit WLAN, Bluetooth, Mobilfunk oder Fernsteuerung. Diese Roboter werden über App oder Fernbedienung gesteuert, und beim Go2 Pro und beim Edu nennt Unitree zusätzlich ein eingebautes 4G-Modul, beim Edu mit eSIM. Ein Roboter mit eigener SIM-Karte ist also eine Funkanlage, ob einem das gefällt oder nicht. Das Bakom hält dazu fest, dass für die Konformität eines aus dem Ausland eingeführten drahtlosen Geräts die importierende Person persönlich verantwortlich ist und dass der Import einer nicht konformen Funkanlage strafbar ist und gebüsst wird. Für einzelne Frequenzen gelten in der Schweiz zudem Nutzungseinschränkungen. Was Sie vor dem Kauf brauchen, ist deshalb die Konformitätserklärung, in einer Landessprache oder auf Englisch.
Beim Recht gilt eine schlichte Regel: Je billiger der Kauf, desto schwächer die Position. In der Schweiz hat man zwei Jahre Gewährleistung nach Obligationenrecht, eine Frist, die sich vertraglich nicht kürzen lässt. Beim Akku wird sie gern wegbedungen und durch sechs Monate Garantie ersetzt, was zulässig ist und trotzdem ärgert. In Deutschland steht man auf EU-Recht, die Durchsetzung ist nur zäher. Bei der Direktbestellung in China hat man auf dem Papier Ansprüche und in der Praxis einen Support-Chat, in dem jemand sehr höflich sehr wenig tut.
Und dann kommt der Moment, in dem etwas kaputtgeht, denn das tut es. Lithiumbatterien sind Gefahrgut. Die Post nimmt sie im internationalen Verkehr nur an, wenn sie im Gerät verbaut sind und höchstens 100 Wattstunden haben. Der Go2 liegt mit 236,8 weit darüber. Der Roboter ist dann also nicht defekt, er ist gestrandet. Was jetzt hilft, ist eine Spedition mit Gefahrgutabwicklung, entsprechende Frachtkosten und Geduld, und für den Ersatzakku gilt dasselbe in umgekehrter Richtung. Deshalb ist die langweiligste Frage vor dem Kauf die wichtigste: Wo ist der nächste Servicepunkt, und gibt es Ersatzteile. Nicht, wie lange der Akku hält.
Stellt man die beiden Wege nebeneinander, wird der Direktimport unattraktiver, als er aussieht. Wichtig ist dabei ein Detail, an dem die meisten Preisvergleiche scheitern: Unitree führt den Go2 als Air ab 1600 Dollar, als Pro ab 2800, als X ab 4500 und als Edu zwischen 11'190 und 15'600. Wer im Herstellershop den günstigsten Preis sieht und beim Händler einen höheren, vergleicht also oft zwei verschiedene Geräte. Und ein Teil der echten Differenz ist gar kein Aufschlag, sondern die Einfuhrsteuer, die Fracht und die Verzollung, die man sonst selbst bezahlt, nur eben in Ruhe und ohne Formular um Mitternacht. Was man zusätzlich bekommt, ist banal und im Ernstfall entscheidend: eine Rechnung, die vor einem Schweizer Gericht etwas gilt, einen Menschen am Telefon, die europäische Geräteausführung samt Konformitätserklärung und eine Garantieabwicklung, bei der der Händler das Gerät entgegennimmt, statt dass man selbst zum Gefahrgutspediteur wird.
Genau daran zerfällt die Sparrechnung. Ein einziger Reparaturfall frisst die gesparte Differenz und kostet zusätzlich Wochen. Wer den Roboter beruflich einsetzt, verliert in dieser Zeit Aufträge. Wer ihn privat nutzt, besitzt vorübergehend die teuerste Dekoration der Wohnung. Der Preisunterschied ist damit kein Rabatt, sondern eine Wette darauf, dass nichts passiert. Bei einem Gerät mit zwölf angetriebenen Gelenken und einem Akku im Dauerstress ist das eine Wette mit ungünstigen Quoten. Welche Marken überhaupt einen Vertriebspartner in Europa haben, steht im Herstellerverzeichnis auf robothub24.ch.
Der ehrliche Schlusssatz lautet nicht, lassen Sie es bleiben. Er lautet: Vergleichen Sie die gleiche Ausführung, rechnen Sie Steuer, Fracht und Gebühren dazu, und klären Sie vor dem Bestellen, wer das Ding repariert. Lautet die Antwort auf die letzte Frage niemand, haben Sie nicht gespart, sondern nur das Risiko gekauft. Immerhin kann es einen Salto.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.