Am 26. August lief der Humanoide Tiangong Ultra die hundert Meter in 8,64 Sekunden und blieb damit fast eine Sekunde unter der Bestmarke von Usain Bolt. Die eigentliche Nachricht stand allerdings in der Medaillentabelle, wo AGIBOT aus Schanghai mit 46 Medaillen aus dem Greifen und aus Arbeitsszenen führte. Die Branche zerfällt damit in zwei Ranglisten, die einander kaum berühren.
Symbolbild · KI-generiertAm 26. August lief der Humanoide Tiangong Ultra die hundert Meter in 8,64 Sekunden und blieb damit fast eine Sekunde unter der Bestmarke von Usain Bolt. Es war der dritte Sprintrekord innerhalb von fünf Tagen an den zweiten World Humanoid Robot Games in Peking. Die eigentliche Nachricht stand allerdings in der Medaillentabelle. Dort führte nicht der Sprinter, sondern AGIBOT aus Schanghai mit 46 Medaillen aus dem Greifen und aus nachgestellten Arbeitsszenen.
Damit zerfällt die Branche in zwei Ranglisten, die einander kaum berühren. Wie schnell eine Maschine auf ebener Bahn rennt, sagt nichts darüber aus, ob sie in einem Hotelkorridor eine Bestellung ablegen kann. Brisant wird die Sache durch eine Zahl vom Rand: 96 Prozent der 2056 Roboter kamen aus China.
Gelaufen wurde im Eisschnelllauf-Oval der Winterspiele von 2022. Schon im Vorlauf vom 22. August fielen 9,39 Sekunden, und im selben Rennen blieb auch der Roboter Lightning des Smartphone-Herstellers Honor unter der menschlichen Marke. Ein Jahr zuvor hatte die Siegerzeit noch bei 21,50 Sekunden gelegen. Solche Sprünge klingen nach einem gelösten Problem, und für diese eine Disziplin trifft das auch zu. Es gilt allerdings nur für eine ebene Bahn, einen Start aus dem Stand und ein Regelwerk, das eigens für Maschinen geschrieben wurde. World Athletics wird keine dieser Zeiten anerkennen, und die Organisatoren sagen das auch selbst.
Wie eng dieses Können ist, zeigte eine Szene am Bahnende. Ein Roboter prallte in die Bande, blieb stehen und fing Feuer, worauf Streckenposten löschen mussten. Schnell rennen können sie inzwischen. Von selbst anhalten können sie noch nicht.
Zwei Tage vorher hatte das Gewichtheben sein Debüt gegeben, und von den vier gestarteten Robotern verlor einer mit fünfzehn Kilo an der Stange das Gleichgewicht und kippte gegen den Kampfrichtertisch. Bezeichnend ist, dass hier ein Mensch an der Fernsteuerung sitzen darf, im Sprint dagegen nicht. Das Reglement zeichnet damit ungewollt eine ehrliche Landkarte des Machbaren.
Genau in den Arbeitsszenen holte AGIBOT seine Punkte. Die Schanghaier Firma trat zum ersten Mal an und gewann Gold im Hotelservice, im Bibliotheksbetrieb und im Notfalleinsatz, dazu in den acht Geschicklichkeitsdisziplinen, die dieses Jahr erstmals ausgetragen wurden. Dort mussten die Maschinen einen Schrauber montieren, Pulver abwiegen oder eine Flasche mitsamt Deckel handhaben. Ob die gemessene Präzision auch bei einer anderen Kistengrösse oder einem verrutschten Bauteil hält, kann eine Wettkampfhalle allerdings nicht beantworten.
Dass ausgerechnet diese Firma vorne liegt, hat einen handfesten Hintergrund, denn sie hat bis Mitte 2026 über 15000 Roboter gebaut und gilt nach Stückzahlen als grösster Hersteller der Branche. Jiang Guangzhi, Direktor des Pekinger Amts für Wirtschaft und Informationstechnik und stellvertretender Leiter der Spiele, hat den Zweck des Anlasses nie verschleiert. «Sobald die Roboter diese letzten Handgriffe beherrschen, können sie Medaillen in Bestellungen verwandeln», sagte er der Nachrichtenagentur Xinhua.
Angetreten sind 666 Teams mit 2056 Robotern aus sechzehn Ländern, während es im Vorjahr erst 280 Teams und rund 500 Maschinen gewesen waren. Als ausländische Teilnehmer nennen die Organisatoren die Vereinigten Staaten, Deutschland, Japan und eine brasilianische Auswahl aus fünf RoboCup-Mannschaften. Die Schweiz taucht in diesen Mitteilungen nicht auf.
Für hiesige Entwickler ist trotzdem etwas abgefallen. Zum Abschluss haben die Veranstalter einen Datensatz freigegeben, der über 2500 Stunden Betriebsdaten aus zwölf Anwendungsfeldern umfasst und den Firmen wie Hochschulen kostenlos beziehen können. Den Engpass in der Robotik bilden längst nicht mehr die Motoren, sondern Daten aus echten Bewegungen unter unsauberen Bedingungen. Ein Vorbehalt bleibt allerdings, und er ist nicht technischer Natur: Jede Maschine, die in Peking antrat, stammt von einem Hersteller, der chinesischem Recht untersteht, was bei Datenabfluss und Fernwartung dieselbe Sorgfalt verlangt wie jede andere vernetzte Anlage.
Die dritte Auflage kommt im August 2027, wieder in Peking, und die Organisatoren haben bereits angekündigt, den Anteil der Arbeitsszenen zu erhöhen. Wer den Schwerpunkt vom Sprint wegverschiebt, sagt damit, dass auf der Bahn nichts mehr zu holen ist.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.