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Markt7. August 2026

150.80 Yuan je Aktie: Der erste Humanoiden-Hersteller mit Gewinn bekommt einen Börsenpreis

Am 6. August hat Unitree den Ausgabepreis für den Börsengang in Schanghai festgelegt: 150.80 Yuan je Aktie, was den Hersteller aus Hangzhou mit rund neun Milliarden Dollar bewertet. Damit bekommt die Humanoiden-Branche zum ersten Mal einen öffentlichen Preis für ein Unternehmen, das tatsächlich Geld verdient. Brisant ist der Zeitpunkt, denn der amerikanische Markt ist seit Ende Juli für neue Roboter aus China faktisch dicht.

150.80 Yuan je Aktie: Der erste Humanoiden-Hersteller mit Gewinn bekommt einen BörsenpreisSymbolbild · KI-generiert

Am 6. August hat Unitree den Ausgabepreis für den Börsengang festgelegt: 150.80 Yuan je Aktie. Das bewertet den Hersteller aus Hangzhou mit 61 Milliarden Yuan, rund neun Milliarden Dollar, und bringt ihm 6,1 Milliarden Yuan frisches Kapital. Erstmals bekommt damit ein Humanoiden-Hersteller einen öffentlichen Preis, der tatsächlich Geld verdient: 1,7 Milliarden Yuan Umsatz im vergangenen Jahr, 600 Millionen Yuan bereinigter Gewinn.

Zum Vergleich wird das amerikanische Figure AI privat mit 39 Milliarden Dollar bewertet, ohne nennenswerten Serienumsatz. Brisant ist der Zeitpunkt: Seit dem Entscheid der US-Fernmeldebehörde vom 28. Juli ist der amerikanische Markt für neue Roboter aus China faktisch dicht. Die Zeichnung beginnt am 10. August.

Unter den strategischen Investoren steht ein Name, der aufhorchen lässt: DeepSeek. Die Muttergesellschaft des KI-Entwicklers aus derselben Stadt zeichnet 933'400 Aktien für rund 141 Millionen Yuan und bindet sich für drei Jahre. Viel Geld ist das nicht, gemessen am Volumen der Emission. Als Signal taugt es trotzdem, weil damit Chinas bekanntester Modellbauer und Chinas grösster Roboterbauer erstmals sichtbar am selben Strang ziehen. Insgesamt gehen rund zwanzig Prozent der neuen Aktien an strategische Zeichner, verkauft werden 40,45 Millionen Stück und damit zehn Prozent des erweiterten Kapitals.

Wie heiss der Markt auf das Papier ist, zeigte sich schon in der Vorabbefragung: Die institutionelle Tranche war über 2600-fach überzeichnet. Im Prospekt vom März hatte Unitree noch gut vier Milliarden Yuan bei einer Bewertung von etwa 42 Milliarden anvisiert. Fünf Monate später sind daraus 61 Milliarden geworden, ohne dass sich am Geschäft grundlegend etwas geändert hätte. Bemerkenswert ist deshalb, was die Analysten von CITIC Securities schreiben: Sie taxieren den fairen Wert in sechs bis zwölf Monaten nach der Kotierung auf 50,6 bis 55,9 Milliarden Yuan. Also unter dem Ausgabepreis. Das entspricht immer noch etwa dem Zwanzigfachen des erwarteten Jahresumsatzes und rund dem Achtzigfachen des erwarteten Gewinns.

Die Geschäftszahlen selbst sind für diese Branche ungewöhnlich robust. Der Umsatz hat sich 2025 mehr als vervierfacht, der bereinigte Gewinn legte um 674 Prozent zu, die Bruttomarge liegt bei rund sechzig Prozent. Vor allem aber hat sich das Gewicht verschoben: Mit 867,8 Millionen Yuan sind die Humanoiden erstmals das grösste Geschäft, grösser als die vierbeinigen Roboter, mit denen Unitree bekannt wurde. Über 5500 humanoide Maschinen hat die Firma im vergangenen Jahr ausgeliefert, mehr als jeder andere Hersteller weltweit.

Der Haken steht im Prospekt, und Unitree schreibt ihn ungewöhnlich offen hin. Über vierzig Prozent des Umsatzes kommen aus dem Ausland, auf die USA entfielen in den drei ausgewiesenen Berichtsperioden 18,39, dann 19,54 und zuletzt 13,30 Prozent. Seit die Fernmeldebehörde FCC ausländische Humanoide und Vierbeiner auf ihre Covered List gesetzt hat, erhalten neue Modelle die nötige Gerätezulassung praktisch nicht mehr. Bereits zugelassene Geräte dürfen weiter verkauft werden, doch die Firma warnt selbst davor, dass auch bestehende Bewilligungen wieder entzogen werden könnten. Ein Hersteller, der zehn Prozent seines Kapitals zu einem Rekordpreis verkauft und gleichzeitig einschränkt, dass ihm ein Fünftel seines Auslandsgeschäfts wegbrechen kann, ist ein ziemlich präziser Ausdruck dieses Marktes.

Für Europa hat das eine Nebenwirkung, die leicht untergeht. Wenn der grösste Absatzmarkt ausserhalb Asiens wegfällt, wird der Rest der Welt wichtiger, nicht unwichtiger. Unitree-Geräte gehören ohnehin zu den wenigen Humanoiden, die man hierzulande tatsächlich bestellen und in einem Labor oder einer Werkhalle aufstellen kann, und der Preisdruck dürfte eher zunehmen als nachlassen.

Interessanter als die Frage, ob die Aktie steigt, ist ohnehin, was die Kotierung mit der Branche macht. Bisher liessen sich Humanoiden-Hersteller fast nur an Demovideos und Finanzierungsrunden messen. Ab kommender Woche gibt es Quartalszahlen, Margen und einen Kurs, den jeder nachschlagen kann. Wer künftig einen Roboter offeriert, wird sich an diesem Massstab messen lassen müssen, auch auf robothub24.ch. Die grossen Bewertungen im Westen bekommen damit einen unangenehmen Vergleichswert.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.